DEMAK

Demenz: Grenzüberschreitendes Projekt erhebt Langzeitdaten

Donau-Universität Krems und die Karls-Universität Prag wollen gemeinsam bestehende Datenlücke schließen

Die Datenlage zu Demenz und zur Behandlung davon betroffener Personen in Österreich und der Tschechischen Republik ist dünn. Um dem Gesundheitssystem Daten zur Entscheidungsfindung zu liefern, startete jetzt ein vom Wissenschaftsfonds finanziertes Forschungsprojekt unter Leitung von Prof. Stefanie Auer, Donau-Universität Krems und der tschechischen Karls-Universität, Prof. Iva Holmerova. Ein Workshop in Stockholm Ende September lotete im Vorfeld die Möglichkeiten aus, Big Data für die Demenzforschung zu nützen.

Die Alterung der Weltbevölkerung schreitet rasant voran. Laut UN-Prognosen wird sich bis 2050 die Zahl der Über-60-Jährigen auf zwei Milliarden verdreifachen. Die damit einhergehende Zunahme altersbedingter Krankheiten steigert den Bedarf nach Pflege und institutioneller Langzeitpflege. Eine solche Pflege zu organisieren, ist eine der großen Herausforderungen der Gegenwart in allen Ländern weltweit. Die Datenlage dazu ist in Österreich und der Tschechischen Republik jedoch kaum ausreichend, um Entscheidungen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse treffen zu können. Beispielsweise wird vermutet, dass nur knapp ein Drittel aller von Demenz betroffenen Personen eine entsprechende medizinische Diagnose und angemessene Behandlung erhalten. Das vom Wissenschaftsfonds FWF geförderte Projekt “The Austrian-Czech Long Term Care Project” greift dieses Defizit auf und richtet seine Forschungen auf vier Felder:

1. Erfassung von einwohnerbezogenen Parametern wie Demenz und andere gesundheitliche Zustandsdaten einschließlich sozialer Parameter

2. Die Erhebung von Parametern, die sich auf Pflegepersonal beziehen, wie beispielsweise Arbeitsbelastung

3. Parameter mit Bezug auf Angehörige

4. Erhebung von Indikatoren von Langzeitpflegeinstitutionen wie Größe oder personelle Ausstattung.
Erhoben werden sollen die Daten anhand von jeweils fünf aus drei Kategorien ausgewählten Pflegeheimen in Österreich und Tschechien. Insgesamt 1000 PatientInnen von Langzeitpflegeheimen sollen dabei auf Basis eines gemeinsamen Protokolls medizinischer und sozialer Parameter untersucht werden. Die Grundlage der Datenauswertung bildet eine gemeinsame Datenbank.
Durchgeführt wird das Forschungsprojekt unter gemeinsamer Leitung von Univ.-Prof. Dr. Stefanie Auer, Department für Klinische Neurowissenschaften und Präventionsmedizin der Donau-Universität Krems und Univ.-Prof. Dr. Iva Holmerova, Karls-Universität Prag. Beide Teams bringen dabei ihre medizinische und psychologische Expertise ein. Das Projekt soll bis 2017 abgeschlossen werden.

http://www.donau-uni.ac.at/de/aktuell/news/archiv/23484/index.php

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